MPU wegen Drogen

Die Polizei winkt Sie zur Seite und plötzlich wird Ihnen der Konsum von Drogen vorgeworfen…Ob Sie nun wirklich konsumiert haben oder Ihnen jemand bei einem Diskobesuch etwas in Ihr Glas getan hat, spielt jetzt keine Rolle mehr.

Ganz gleich, ob

  • Cannabis
  • Amphetamine
  • Kokain,
  • Heroin
  • Opiate
  • Speed oder
  • Ecstasy

Die Liste an illegalen Substanzen ist lang. Ein Drogentest kann bereits kleinste Mengen von Drogen im Körper feststellen.

Während es bei dem Konsum von Alkohol zumindest noch Promillegrenzen gibt, gilt bei Drogen eine absolute Null-Toleranz-Gesetzgebung. Allein der Verdacht auf den Missbrauch von Drogen kann zur Anordnung einer MPU wegen Drogen führen. Sollte dieser Verdacht zudem im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr entstehen, so ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen: Es muss ein positives MPU-Gutachten her – sonst gibt es keinen Führerschein mehr! Damit der Führschein wieder in greifbare Nähe rückt, ist eine solide, sehr gute Vorbereitung für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung zwingend notwendig! Daneben müssen Sie eine Drogenabstinenz (6 oder 12 Monate) durch ein zertifiziertes Labor vornehmen lassen und die Abstinenz bei der MPU nachweisen. Dieser Nachweis beweist forensisch, dass Sie über einen bestimmten Zeitraum keine Drogen konsumiert haben und ist als Grundvoraussetzung eines positiven Gutachtens zu interpretieren.

 

Wer muss zu einer Drogen MPU?

Die medizinische-psychologische Untersuchung wegen Drogen wird in den unterschiedlichsten Fällen angeordnet. Ein Paradebeispiel ist das Fahren unter Cannabis Einfluss oder harten Drogen, wie bspw. Kokain. In solchen Fällen wird grundsätzlich eine MPU verordnet. Darüber hinaus würde es bereits ausreichen, wenn Sie vor einem Club mit illegalen Substanzen erwischt werden und nachgewiesen werden kann, dass sie diese auch selbst konsumiert haben. Der Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) kann noch Tage und Wochen nach der Einnahme im Blut nachgewiesen werden. Wird eine Drogenabhängigkeit vermutet, kann ein Gutachten angefordert werden, welches sich auf den §14 FeV stützt.

 

Was erwartet mich bei einer MPU wegen Drogen?

Dem Gutachter muss in der MPU glaubhaft gemacht werden, dass Sie wieder dazu in der Lage sind, ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr sicher zu führen, ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer und frei von Drogen.

 

Die MPU lässt sich in folgende Schritte unterteilen:

  1. Anmeldung + schriftliche Befragung
  2. Medizinische Untersuchung
  3. Reaktions- und Leistungstest
  4. Explorationsgespräch (Psychologische Untersuchung)

 

Medizinische Untersuchung

Zunächst wird ein ärztliches Gutachten erstellt, dieses deckt den medizinischen Part ab. In diesem Gutachten wird die körperliche Eignung der Person geprüft.

Darüber hinaus wird im Rahmen eines Haar- und Drogenscreening untersucht, ob der Betroffene in der letzten Zeit Drogen konsumiert hat. Standardmäßig werden alle Drogen getestet, von THC, Koks über Heroin bis hin zu Amphetaminen.

 

Reaktions- und Leistungstests

Hier werden die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie das Reaktionsvermögen am Computer getestet.

 

Explorationsgespräch (Psychologische Untersuchung)

Der psychologische Teil dieser Begutachtung beinhaltet das Gespräch mit einem Psychologen. Das Bestehen des Explorationsgesprächs steht in Abhängigkeit von zahlreichen Faktoren, die eine umfassende Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten erfordern. Eine intensive Vorbereitung ist daher zu empfehlen.

Allein das beteuern, dass keine Drogen mehr konsumiert werden ist nicht ausreichend, um zu bestehen. Oftmals wird dieser Teil der Untersuchung unterschätzt.

Der Gutachter wird bis ins kleinste Detail erfahren wollen, wie es zum Drogenkonsum und dem Fehlverhalten im Straßenverkehr gekommen ist, was die Beweggründe waren und wie der Umgang damit zukünftig aussehen soll. Dabei wird der soziale Hintergrund durchleuchtet, über schwierige familiäre Umstände, Traumata in der Kindheit, das Privatleben und berufliche Umfeld sowie die Finanzen und Freizeitaktivitäten.

Ein essenzieller Baustein ist, dass der Betroffene glaubhaft machen kann, dass er sich verändert hat und ein Umdenken stattgefunden hat.

 

Abstinenznachweise

Bei Anordnung einer Drogen MPU ist eine Drogenabstinenz nachzuweisen und gilt als Grundvoraussetzung, um ein positives Gutachten zu erhalten und damit schlussendlich bestehen zu können. Mit Hilfe von Urin- oder Haarscreenings können Sie beweisen, dass Sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums (mind. 6 Monate) keine Drogen konsumiert haben.

Der Abstinenznachweis kann bei Begutachtungsstellen gemacht werden, alternativ besteht die Möglichkeit einen qualifizierten Arzt aufzusuchen. Achten Sie hier darauf, dass die Stelle/ der Arzt, alle CTU Kriterien erfüllt.

Hier können Sie unseren aktuellen Leitfaden herunterladen

Wir begleiten Sie auf dem Weg zur MPU